Andere Länder, andere Sitten! Diskussion zum Thema: Ausbildungsgehälter

Diese Aussage trifft einmal mehr auch auf die Arbeitswelt zu.

Ein Beispiel dafür ist das Zahlen von Ausbildungsvergütungen. So ist es lediglich in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg üblich, Ausbildungsvergütungen zu zahlen. In anderen Ländern müssen die Auszubildenden selbst für die Ausbildung aufkommen.

Das ist durchaus auch nachvollziehbar, denn gerade in den ersten beiden Jahren sind die Auszubildenden noch nicht als vollwertige Arbeitskräfte einsetzbar. Sie benötigen eine große personelle Unterstützung. Somit zahlen die Handwerksbetriebe zumindest in den ersten beiden Ausbildungsjahren doppelt: Zum einen die Vergütung für den Auszubildenden und zum anderen den Personaleinsatz, der durch das Anlernen entsteht.

Dennoch ist es natürlich richtig und wichtig, jungen Menschen etwas beizubringen und ihnen den Weg in die handwerkliche Zukunft zu ebnen. Vielmehr resultieren diese Diskussionen daraus, dass in den Medien immer wieder das Bild des „armen Auszubildenden“ gezeigt wird, der finanziell von den Handwerksbetrieben ausgenutzt wird. Nebenbei soll noch erwähnt sein, dass gerade für junge Menschen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sehr weitreichende, gesetzliche Vorschriften erfüllt werden müssen, die einen Einsatz als vollwertigen Mitarbeiter zusätzlich einschränken.

Verstärkt wurden die Diskussionen dadurch, dass in den letzten Jahren die Vergütungen in manchen Branchen sehr stark angestiegen sind. So erhöhten sich die Vergütungen bei den Zahntechnikern von 2011 bis 2017 um 40% in Westdeutschland und um 60% in Ostdeutschland. Dieser Anstieg muss von den Betrieben erst einmal finanziell verkraftet werden. Es ist wahrscheinlich, dass der eine oder andere Betrieb deshalb weniger ausbilden wird.

Es ist bei jeder Diskussion wichtig, beide Seiten zu sehen und zu verstehen. Es ist sehr einseitig gedacht, wenn man einzelne Gewerke herausgreift und die dortigen Ausbildungsvergütungen pauschal auf das ganze Handwerk überträgt. Wichtiger wäre es, alle Leistungen und Gegenleistungen beider Seiten, also der Betriebe und der Auszubildenden gegenüberzustellen und dann eine für beide Seiten angemessene Lösung zu finden.

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