Kostenvoranschläge

Vor Beauftragung eines Projektes verlangen viele Kunden einen Kostenvoranschlag. Sie erhoffen sich dadurch eine verbindliche Kosteneinschätzung. Doch sind Kostenvoranschläge verbindlich? Und darf der Handwerker eine Vergütung für den Kostenvoranschlag vom Kunden verlangen?

Wann ist ein Kostenvoranschlag verbindlich?

Grundsätzlich ist ein Kostenvoranschlag IMMER unverbindlich und dient dem Kunden lediglich zur Orientierung. Allerdings kann es in der Praxis vorkommen, dass die tatsächlichen Kosten am Ende des Projektes höher ausfallen. Es kommt im Handwerk immer wieder vor, dass sich Eventualitäten ergeben, die nicht im Voraus erkannt werden konnten. Oft können diese versteckten Kosten durch erfahrene Handwerksmeister im Voraus erkannt werden. Aber leider kann man dennoch nicht ausschließen, dass die Kosten im Laufe eines Projektes noch steigen. Sollten diese jedoch 15 bis 20 Prozent höher sein, als im Kostenvoranschlag angegeben, muss der Handwerksbetrieb den Kunden fragen, ob dieser mit der Preisentwicklung einverstanden ist. Dem Kunden steht in dem Fall ein Sonderkündigungsrecht zu. Allerdings ist zu beachten, dass der Kunde die bis dahin verwendeten Materialien und die geleistete Arbeit dennoch vergüten muss.

Verbindlich ist ein Kostenvoranschlag nur dann, wenn der Kunde mit dem Handwerksbetrieb vor Beginn der Arbeiten oder bei Vertragsabschluss diesen als bindend festlegt. In diesem Fall kann man aber eher von einem Pauschal- oder Festpreis sprechen. Abweichungen von diesem Pauschal- bzw. Festpreis ist nur mit Einverständnis des Kunden möglich.

Darf ein Kostenvoranschlag etwas kosten?

Der Kunde erhofft sich durch den Kostenvoranschlag eine Vorstellung von den zu erwartenden Kosten zu bekommen. Natürlich werden Kostenvoranschläge auch oft genutzt, um über den Preisvergleich den günstigsten Anbieter zu finden. Wenn jeder Kostenvoranschlag vergütet werden müsste, dann würde sich schnell der erhoffte Spareffekt einstellen.

Ein Blick ins Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) verrät, dass der Kostenvoranschlag „im Zweifel“ nicht zu vergüten ist. Das bedeutet, dass ein rechtlicher Anspruch auf Bezahlung nur dann besteht, wenn dies im Voraus mit dem Kunden schriftlich vereinbart wurde. Es muss also ein eigenständiger Vertrag zwischen Handwerksbetrieb und Kunden geschlossen werden, damit der Handwerksbetrieb den Kostenvoranschlag später berechnen darf. Ein Verweis des Handwerkbetriebs auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) reicht nicht aus.

Wie immer: Keine Regel ohne Ausnahme! Eine ausdrückliche Vereinbarung über die Vergütung des Kostenvoranschlags ist entbehrlich, wenn diese branchenüblich ist. Als Beispiele sind hier Reparaturarbeiten im Elektrobereich oder in der Kfz-Werkstatt zu nennen. Im Zweifel hat allerdings der Unternehmer nachzuweisen, dass für die Erstellung eines Kostenvoranschlags eine Vergütung vereinbart wurde.

Wir hoffen, dass wir mit diesen Ausführungen etwas Klarheit in das Thema „Kostenvoranschlag“ gebracht haben. Wir möchten Sie gerne auf unsere Facebook Seite einladen. Hier zeigen wir regelmäßig die Arbeiten unserer Kollegen. Sie verstehen sicher, dass die Kosten eines Projektes nur die eine Seite der Medaille sind. Vergleichen Sie aber bitte auch immer die Erfahrungen der Handwerksbetriebe. Der günstigste Preis sollte nicht alleine über die Entscheidung für die Vergabe eines Projektes entscheiden.

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