Fehler im Stoff – warum schriftliche Verträge wichtig sind


In Deutschland, so heißt es gerne, wird alles und jedes geregelt – es gibt ungezählte Bestimmungen, deren Sinnhaftigkeit sich auch nicht immer direkt erschließen mag. Die Papierberge, die unser aller Archive verstopfen, ließe sich so manch einen Umweltschützer vor Verzweiflung die Haare raufen – und doch: Absicherungen und Verträge können viel Zeit und Ärger sparen!

Ein besonders ärgerlicher Fall wird derzeit wieder in unseren Kreisen diskutiert. Die Frage nämlich, wer haftbar zu machen ist, wenn fehlerhafte Stoffe verarbeitet werden. Das ist zugegebenermaßen keine einfache oder pauschal zu beantwortende Frage und dieser Blog-Beitrag ist keinesfalls mit einer Rechtsberatung zu verwechseln. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einfache Hinweise ans Herz legen, die Ihnen möglicherweise helfen, größeren Ärger in Zukunft zu vermeiden.

stoff diverse

 

Die Frage nach Haftung ergibt sich meist daraus, dass verschiedenste Parteien an einem Auftrag beteiligt sind, den der Raumausstatter für den Kunden ausführt. So ist es eben auf der einen Seite der Raumausstatter, der Maße nimmt, berät und Vieles mehr, daneben aber auch die Verlage, die die Stoffe herstellen und in einigen Fällen Ateliers, die mit der Umsetzung der Vorlagen beauftragt sind. Dazwischen gibt es natürlich noch jede Menge Lieferanten und andere mit der Logistik betraute Parteien. Es kann vorkommen, dass der Raumausstatter die Stoffe erst NACH der Bearbeitung und somit nach Beendigung des Auftrages des Nähateliers zu Gesicht bekommt. Wenn er dann feststellt, dass die Stoffe nicht einwandfrei sind, beginnt oft ein kräfte- und zeitraubender Streit um die entstandenen Kosten.

Vermeiden können Sie diese Reibereien, indem Sie für Ihr Innenverhältnis mit dem Atelier einen Vertrag aufsetzen, der die Zuständigkeit entsprechend regelt. Hierin wird auch festgehalten, unter welchen Kriterien der Stoff zu begutachten ist und wer die Verantwortung dafür trägt. Gegebenenfalls können Sie in der Pflicht sein, die Materialien vor Arbeitsbeginn in Augenschein zu nehmen. So stellen Sie auch sicher, dass Sie zu bemängelnde Stoffe rechtzeitig reklamieren können.

Das mag auf den ersten Blick umständlich wirken – doch da der Endkunde Anspruch auf einwandfreie Ware hat, bleiben Sie so nicht auf Kosten sitzen, die vermeidbar gewesen wären.

stoff diverse

(Randnotiz: Der VDHI hat eine EMPFEHLUNG zusammengestellt, die Sie hier downloaden können: KLICK.  Der Bundesverband der Sachverständigen, sowie der Zentralverband der Raumausstatter und Sattler unterstützen allerdings die Bemühungen, diese Empfehlungen zum allgemeingültigen Standard -und damit rechtsbindend- zu machen, nicht.)

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Comments
One Response to “Fehler im Stoff – warum schriftliche Verträge wichtig sind”
  1. Schriftliche Verträge sind immens wichtig, nicht nur erspart man sich ein Finanzielles Ärgernis sondern der Kunde für den man evt. den Stoff braucht wartet durch diesen Vorfall nicht zu lange.

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