Schattenwirtschaft und die Folgen für Ihr Unternehmen

Unter Schattenwirtschaft versteht man all diejenigen Handlungen am Markt, die sich nicht innerhalb von gesetzlichen Grenzen bewegen. Neben steuerlichen „Erleichterungen“ ist es vor allem „Schwarzarbeit“, die hier einen großen wirtschaftlichen Schaden für die Gesellschaft – aber auch für Sie als Unternehmer anrichten.

Foto: Holger Rausch

Foto: Holger Rausch

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mag es verlockend klingen: Ich als Unternehmen erbringe meine Leistungen zu einem für den Kunden günstigeren Endpreis, OHNE die fließenden Gelder allerdings jemals korrekt anzugeben. So zahle ich auf diese Summe keine Steuern und sie fließen auch nicht in die Berechnungen zu den Beiträgen für Sozialversicherungen etc. ein. Im besten Fall kann ich den Kunden so Angebote unterbreiten, die die Mitbewerber auf die hinteren Plätze verweisen und trotzdem ein gehöriges Plus verzeichnen.

Dass diese Milchmädchenrechnung nicht aufgeht, sollte jedem Leser halbwegs seriöser Tageszeitungen längst klar sein. Neben der Tatsache, dass Sie sich mit solch einer Herangehensweise strafbar machen würden, sollten wir uns alle auch hin und wieder vor Augen führen, was unser Steuer- und Sozialsystem für Vorteile hat – was wir also eben auch aufs Spiel setzen, wenn wir deren Regeln und Gesetze unterwandern.

In diesem konkreten Falle bedeutet dies: Wenn Unternehmer aufhören Steuern zu zahlen, dann gehen dem deutschen Staat etwa 135 Milliarden € im Jahr verloren. Diese Steuereinnahmen allerdings sind wichtig – nicht nur, um auch weiterhin die soziale Komponente unseres Systems finanzieren zu können und so bspw. Renten auszahlen oder behinderte Menschen fördern zu können, sondern auch, um scheinbar Alltägliches am Laufen zu halten und Straßen und Brücken bauen und reparieren zu können. Ohne vernünftige Infrastruktur sind wir als Unternehmer oft nicht in der Lage, termingerecht Projekte zufriedenstellend abzuschließen – die Probleme beginnen hier bei verzögerten Lieferzeiten durch Produzenten und Zulieferer – und erstrecken sich bis hin zu Transportkosten und- zeiten für unsere eigenen Teams. Unsere Mitarbeiter sind es auch, die die Folgen der Schwarzarbeit direkt spüren: Unternehmen, die (wir gehen vom unwahrscheinlich Falle eines Kantschen Imperativs aus) keine Sozialabgaben mehr leisten, haben nicht versicherte Arbeitnehmer. Was das im Falle eines Arbeitsunfalls bedeutet, brauchen wir an dieser Stelle nicht zu skizzieren.

Foto: Thorben Wengert

Foto: Thorben Wengert

Überhaupt: Ist es wirklich nötig aufzulisten, weshalb man sich an geltendes Recht halten sollte? Wir denken: NEIN. Es ist verständlich, dass man hin und wieder Momente hat, in denen man die Entscheidungen der Regierung kritisch hinterfragt und das Stöhnen bei der eigenen Buchhaltung aus tiefstem Herzen kommt, weil die steuerliche Belastung und die Lohnnebenkosten einem sehr hoch erscheinen. Vermutlich haben auch Sie in Ihrem Unternehmen auch noch nicht alle Maßnahmen ergriffen, um Ihre Finanzen zu optimieren – sprechen Sie dazu Ihren Steuerberater – und natürlich auch uns,Ihre Innung, gern an – wir beraten Sie hinsichtlich staatlicher Förderungen und Programmen.

*Die Kinderseite des Finanzministerium versucht sehr verständlich darüber zu informieren, wozu Steuern erhoben werden und was mit ihnen geschieht. Die Webpräsenz wird einem erfahrenen Unternehmer intellektuell sicherlich nicht gerecht, zumal sie auf komplexe Sachverhalte nicht näher eingeht – erwähnenswert ist sie an dieser Stelle trotzdem, denn sie spart sich – im Gegensatz zu vielen anderen wirtschaftspolitischen Informationsseiten all die beschönigenden Euphemismen, die die ohnehin schon schwierige Thematik noch weiter verklären.

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