Im neuen Jahr wieder etwas wagen…

Die Berliner Innung wünscht all seinen Mitgliedern ein erfolgreiches Jahr 2013. Wir hoffen, dass die kommenden 12 Monate für Sie und Ihre Lieben stets gesund sind, Sie spannende und erfüllende Aufträge von netten Kunden bearbeiten und natürlich auch, dass wir uns mit einer ordentlichen Portion Schwein alle glücklich und zufrieden wieder sehen.

Glücksschwein

 

Wie Sie bereits in diesem und diesem Blogartikel feststellen konnten, liegt uns die Ausbildung neuer Fachkräfte sehr am Herzen. Wir ermuntern unsere Mitglieder stets dazu, Junge und Junggebliebende auf dem Weg in unseren spannenden Beruf zu unterstützen und freuen uns, dass sich jedes Jahr Betriebe finden, die ausbilden wollen und dürfen.

Wir wir in dieser Woche schon auf unserer Facebook-Seite berichteten, bricht jeder dritte Berliner Jugendliche seine Ausbildung ab. Das ist die Aussage von Arbeitssenatorin Dilek Kolat.dilek kolat

„Die Quote ist viel zu hoch“, sagte Frau Kolat. Sie möchte gern einen Schwerpunkt auf die Berufsorientierung von jungen Menschen legen.
Häufig stimmten, so die Senatorin, die Vorstellungen nicht mit dem tatsächlichen Berufsbild überein. Nach Ihren Plänen soll daher künftig in den Schulen mehr Augenmerk auf die Berufsorientierung gelegt werden.
Sie sagt auch: „…dass Ausbildungsbetriebe in der Pflicht stehen, die Ausbildung attraktiver zu machen und mehr für die Berufe zu werben“.

Tatsächlich scheint es so zu sein, dass die Vielfalt an Berufschancen- die Möglichkeit zu Studium an Universität oder FH, Ausbildung im Dualen System oder private Initiative gleich mal außen vor gelassen- viele Jugendliche überfordert – sie wissen schlicht nicht, wofür sie sich aus diesem Riesenpool an Chancen entscheiden sollen, schätzen ihre Fähigkeiten falsch ein oder haben schlicht nicht den nötigen Weitblick, um sich jetzt für den Weg ihres zukünftigen Arbeitslebens zu entscheiden. Wir plädieren dafür, dass im Schulunterricht oder am heimischen Abendbrotstisch mehr über berufliche Verpflichtungen gesprochen wird. Es ist wünschenswert, dass Schulabgängern bewusst ist, dass die Wahl gut überlegt sein sollte, denn bei Abbruch drohen finanzielle Schäden – vor allem auch beim Ausbildungsbetrieb – und die Tatsache, dass ein Lehrstellenabbruch nicht positiv auf folgenden Bewerbungsunterlagen auffällt, braucht an dieser Stelle sicherlich nicht betont werden. Seit einigen Jahren gibt es ein Berufspraktikum an den Berliner weiterführenden Schulformen  (Oberschulen, Gesamtschulen, Gymnasien), an dem alle Neuntklässler verpflichtend teilnehmen. Ein weiteres Praktikum in der 10. Klasse wäre möglich, wird aber selten in Anspruch genommen, da die Organisation für Schulen recht aufwändig zu sein scheint und man ohnehin schon mit Fachunterrichtsausfall zu kämpfen hat. Diese Betriebspraktika dauern 2 Wochen und werden vom Klassenlehrer begleitet, ein Praktikumsbericht muss ebenfalls vorgelegt werden.

Diese Praktika dienen dazu, dass Schüler sich zunächst für einen Beruf entscheiden sollen und danach 2 Wochen lang in eben diesem Beruf hospitieren und mithelfen. Die Erfahrung zeigt, dass viele Schüler nicht etwa einen möglichen Traumberuf ausprobieren, sondern stattdessen kurze Laufwege und innerfamiliäre oder anderweitig private Beziehungen der Hauptgrund für  genau diese Praktikumsstelle ist – so lernt der Schüler im besten Falle nur, welchen einen Beruf er aus der Masse an möglichen Tätigkeiten NICHT ergreifen wird.

Wir fordern Sie als unsere Mitglieder dazu auf, aktiv zu werden: Stellen Sie Ihre Tätigkeit in Schulen vor, begeben Sie sich in Kooperativen mit Schulen und Fördervereinen und betreiben Sie aktiv Werbung für Ihr Unternehmen mit Ihren spezifischen Tätigkeitsfeldern. Nur so kann die Neugier bei den baldigen Schulabgängern geweckt werden. Überzeugen Sie  vielleicht auch damit, Praktika fern der Schulzeiten anzubieten – oder gar einen Ferienjob in Aussicht zu stellen – Tätigkeiten mit Perspektiven und direktem Nutzen kommen bei Menschen in der Pubertät sicherlich besser an, als das vorgeschriebene Praktikum.

Seit Jahren kämpfen wir nun schon für die positive Darstellung unseres Berufs in der Gesellschaft – vielleicht ist es an der Zeit, die Jugend im wahrsten Sinne des Wortes abzuholen und so den Fachkräftemangel unserer Branche zu bekämpfen. So wie auch die Senatorin ist es natürlich auch im Sinne jedes wirtschaftlich denkenden Mitgliederbetriebs, die Abbruchquote zu senken. In diesem Sinne wünschen wir Frau Kolat viel Erfolg und sind sehr gerne bereit, dabei weiterhin mitzuhelfen.

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  1. […] und immer wieder beschäftigt uns hier das Thema mitsamt seiner durchaus manchmal problematischen Begleiterscheinungen. Auch in diesem Beitrag wollen wir die Jugend erneut auf unseren Beruf aufmerksam machen. Wir […]



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